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Saisonalität22. Oktober 2026/10 min Lesezeit

Black Week 2026 auf Amazon: Deals, Werbung und Marge richtig steuern

Die Black Week ist das umsatzstärkste Amazon-Event des Jahres. Ob sie sich auch rechnet, entscheidet sich an einer Stelle, die in den meisten Planungen fehlt: am Zusammenspiel von Deal und Werbung. Der Rabatt senkt deine Marge pro Verkauf deutlich stärker als den Preis, gleichzeitig konvertiert jeder Klick besser. Wer die Gebote einfach weiterlaufen lässt, bezahlt im Deal für jeden Verkauf so, als gäbe es keinen Rabatt. Dieser Artikel sortiert die Termine und Gebühren für amazon.de, ordnet die Deal-Typen ein und zeigt, wie du Gebote, Margen-Monitoring und den Reset nach dem Event so steuerst, dass nach Werbung genug Deckungsbeitrag übrig bleibt.

Maren

Maren

Performance Marketing Managerin

Key Takeaways

Die Eventtage stehen fest

Black Friday ist Freitag, der 27. November 2026, Cyber Monday der 30. November. Das genaue Fenster der Black Friday Week hat Amazon für amazon.de (Stand 21. Oktober) noch nicht offiziell bestätigt.

Hochsaison-Gebühr ab 15. Oktober

Vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 gelten auf amazon.de erhöhte FBA-Versandgebühren. Kleine Pakete und Standardpakete kosten 0,21 bis 0,44 Euro mehr pro Einheit.

Drei Deal-Typen, eine Gebühr

Bestes Angebot, Blitzangebot und exklusiver Prime-Rabatt kosten auf amazon.de 16 Euro pro Aktion plus 0,75 Prozent des Aktionsumsatzes, gedeckelt bei 1.000 Euro. Coupons sind die flexible Alternative für Artikel ohne Deal.

Im Deal sinkt die Marge stärker als der Preis

15 Prozent Rabatt können den Deckungsbeitrag pro Verkauf um ein Drittel senken. Die höhere Conversion im Deal gleicht das nur teilweise aus, wie viel, hängt vom Markt ab.

Gebote an den Deal anpassen

Leite das maximale Gebot im Deal aus DB1, Ziel-DB2 und Conversion ab und prüfe es im Event täglich. Wer die Gebote unverändert lässt, zahlt für jeden Verkauf so, als gäbe es keinen Rabatt.

Nach dem Deal zurücksetzen

Setze Gebotsanpassungen nach Deal-Ende zurück und nimm die Eventtage aus dem Lernzeitraum deines Bidding-Tools. Black-Week-Daten liefern sonst falsche Signale für den Dezember.

Artikel

Inhalt7 Abschnitte

Die Termine der Black Week 2026 und des Black Friday im Überblick

Zwei Daten sind kalendarisch fix, alles andere ist Amazon-Kommunikation mit unterschiedlichem Bestätigungsgrad. Black Friday ist der 27. November 2026, Cyber Monday der 30. November 2026.

  • 5. September 2026 — Early-Bird-Frist für die reduzierte Aktionsgebühr auf Black-Friday-Week-Deals, abgelaufen (30 Prozent Nachlass auf die Fixgebühr)
  • 15. Oktober 2026 — Start der Hochsaison-Versandgebühr auf amazon.de
  • 21. Oktober 2026 — Bestand in den europäischen Logistikzentren, damit die Artikel im Event das Prime-Logo tragen (UK: 28. Oktober)
  • 18. November 2026 — offizielle äußere Einreichfrist für Black-Friday-Week- und Cyber-Monday-Deals
  • 27. November 2026 — Black Friday
  • 30. November 2026 — Cyber Monday
  • 14. Januar 2027 — Ende der Hochsaison-Versandgebühr

Quelle für Bestandsfristen, Deal-Fristen und den Gebührenzeitraum ist Amazons Peak-Season-Ankündigung im deutschen Seller-Forum (Verkaufspeak 2026: Bestandsdaten, Spitzengebühren, Fristen). Die Beträge stehen in der offiziellen FBA-Tarifübersicht.

Wie lang die Black Friday Week 2026 läuft, ist offen

Stand 21. Oktober 2026 hat Amazon das Aktionsfenster für amazon.de nicht veröffentlicht. 2025 lief die Black Friday Week vom 20. November bis 1. Dezember, für 2026 erwarten Marktbeobachter einen Start zwischen dem 19. und 23. November. Für die Planung reicht das — Bestand, Deal-Einreichung und Werbevorlauf hängen an den Oktober-Fristen, nicht am Startdatum. Kritisch wird der exakte Termin erst beim Dayparting.

Bestand: Mit dem planen, was eingebucht ist

Wenn ein Teil deines Bestands den 21. Oktober nicht geschafft hat, plane das Event mit dem, was tatsächlich eingebucht ist. Prüfe je ASIN den verkaufsfähigen Bestand und die Sendungen, die noch in Bearbeitung sind. Artikel mit unsicherer Verfügbarkeit gehören eher nicht in einen Deal, und Werbebudget konzentrierst du auf die ASINs, die sicher lieferfähig sind. Für Nachschub, der erst während des Events ankommt, legst du vorher fest, ab welchem Bestand du Werbung wieder hochfährst.

Was die Hochsaison-Gebühr ab 15. Oktober konkret kostet

Vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Januar 2027 gilt auf amazon.de die Hochsaison-Versandgebühr für Versand durch Amazon, Bekleidung ausgenommen. Betroffen sind Kleine Pakete und Standardpakete, mit steigender Differenz nach Gewicht. Die Beträge unten stammen aus der Spalte „Nur DE“. Im Schnitt beziffert Amazon die Erhöhung mit 0,27 Euro pro Einheit.

Standardpaket, Gebühr pro Einheit für amazon.de

  • bis 400 g: 3,42 € außerhalb der Hochsaison, 3,64 € ab 15. Oktober (+0,22 €)
  • bis 1,4 kg: 3,93 € → 4,18 € (+0,25 €)
  • bis 2,9 kg: 4,55 € → 4,84 € (+0,29 €)
  • bis 5,9 kg: 5,22 € → 5,56 € (+0,34 €)
  • bis 11,9 kg: 6,65 € → 7,09 € (+0,44 €) — die vollständige Staffel steht in der Tarifübersicht

Kleines Paket, Gebühr pro Einheit für amazon.de

  • bis 900 g: 3,40 € → 3,61 € (+0,21 €)
  • bis 3,9 kg: 4,54 € → 4,83 € (+0,29 €)

Nicht betroffen: Umschläge in allen Größenklassen, von Leichter Umschlag bis Extra großer Umschlag, bleiben auf amazon.de unverändert. Auch alle Übergrößenklassen — Kleine Übergröße, Standardübergröße leicht, schwer und groß — stehen in beiden Spalten mit identischen Beträgen. Bekleidung ist von der Hochsaison-Gebühr ausdrücklich ausgenommen, laut Amazons Peak-Season-Ankündigung außerdem Artikel mit Niedrigpreisversand (Low-Price FBA). Zusätzlich fällt der Treibstoff- und Logistikzuschlag an. Dieser steigt laut Amazon ab dem 2. November 2026 von bisher 1,5 auf 2 Prozent und muss bei der Kalkulation der FBA-Kosten während der Black Week ebenfalls berücksichtigt werden. Ob die Erhöhung für dich relevant ist, hängt damit an einer einzigen Frage: In welcher Größenklasse liegen deine Umsatzträger?

Der relevante Betrag entsteht im Volumen, nicht pro Stück. Ein Sortiment, das in der Black Week 5.000 Standardpakete zwischen 1,4 und 3,9 Kilogramm versendet, zahlt 1.250 bis 1.650 Euro mehr Fulfilment als für den identischen Verkauf im September. Das ist Geld, das in der Deal-Kalkulation auftauchen muss und dort fast nie steht: Der Deckungsbeitrag, den du im Sommer für den Deal-Preis gerechnet hast, ist im November um genau diesen Betrag pro Einheit niedriger.

Formel

Deckungsbeitrag Black Week = Deal-Preis − Einkauf − Provision − FBA-Gebühr Hochsaison − Werbekosten je Einheit

Rechne den Deal-Preis deshalb mit dem Hochsaison-Tarif, nicht mit dem Tarif, der heute in deiner Gebührenübersicht steht. Wie du prüfst, ob der rabattierte Preis inklusive erhöhter Klickpreise trägt, steht in Prime Day ohne Margenverlust.

Deal-Typen in der Black Week: welches Format zu welchem Artikel passt

Das passende Format hängt weniger am möglichen Rabatt als an zwei Fragen: Wie viel Marge trägt der Artikel nach Rabatt, Gebühren und Werbung, und wie viel Sichtbarkeit braucht er im Event? Auf amazon.de stehen dir für die Black Friday Week drei Deal-Typen zur Wahl, dazu Coupons als flexible Ergänzung.

  • Bestes Angebot (Best Deal): läuft über mehrere Tage, erscheint auf der Angebotsseite und trägt einen Rabatthinweis auf der Produktseite. Passt zu Umsatzträgern mit solider Marge, weil es das ganze Event abdeckt und sich mit gleichmäßigem Werbedruck begleiten lässt
  • Blitzangebot: wenige Stunden mit prominenter Platzierung und begrenzter Stückzahl. Höchste Sichtbarkeitsspitze, aber ein enges Fenster, in dem Bestand, Budget und Gebote zusammenpassen müssen. Passt zu Artikeln mit hoher Marge oder klarem Abverkaufsziel
  • Exklusiver Prime-Rabatt: Preisnachlass nur für Prime-Mitglieder, ohne festes Zeitfenster. Laut Amazon ist dafür eine Produktbewertung von mindestens 3,5 Sternen nötig. Passt zu Artikeln, die einen sichtbaren Preisvorteil brauchen, aber keinen tiefen Rabatt tragen
  • Coupon: kein Deal im engeren Sinn, aber mit sichtbarem Preisvorteil in der Suche und kurzfristig anlegbar. Passt als Ausweichformat für Artikel, die die Deal-Kriterien nicht erfüllen

Für alle drei Deal-Typen gilt auf amazon.de dieselbe Gebühr: 16 Euro pro Aktion plus 0,75 Prozent des Aktionsumsatzes, gedeckelt bei 1.000 Euro. Coupons haben ein eigenes Gebührenmodell, prüfe die aktuellen Beträge beim Anlegen in Seller Central. Gemessen am Rabatt selbst ist die Aktionsgebühr fast immer der kleinere Posten: Bei 3.000 Euro Aktionsumsatz sind es 38,50 Euro, bei 15 Prozent Rabatt stehen dem rund 530 Euro Preisnachlass gegenüber.

Coupons können eine sinnvolle Alternative zu Deals sein. Sie erzeugen einen sichtbaren Preisvorteil auf der Suchergebnisseite, lassen sich vergleichsweise kurzfristig anlegen und sind grundsätzlich bereits ab einem Rabatt von 5 Prozent möglich. Voraussetzung ist, dass der rabattierte Preis auch die geltenden Referenzpreis- und Preisverlaufsanforderungen von Amazon erfüllt. Gerade für Artikel mit geringer Marge können Coupons deshalb die bessere Wahl sein als ein Deal mit hohem Mindestrabatt. Denn innerhalb der geltenden Vorgaben lässt sich die Rabatthöhe flexibler gestalten und damit besser an die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Produkts anpassen.

Fristen und Preisprüfung

Die offizielle Einreichfrist für die Black Friday Week ist der 18. November. Dein Planungsdatum ist sie nicht: Die kontospezifischen Cutoffs je Deal-Typ stehen im Deals-Dashboard und enden teils früher. Prüfe dort je ASIN auch den maximal zulässigen Deal-Preis. Amazon bestimmt ihn über den Referenzpreis der zurückliegenden 30 und 60 Tage, liegt dein Preis darüber, wird der Deal abgelehnt. Reiche mit Puffer ein, damit eine Ablehnung noch korrigierbar ist.

Für die Black Week kommt ein Effekt hinzu, der im Oktober noch nicht greift: Der Deal-Preis fließt in den 30- und 60-Tage-Lookback ein und senkt damit den zulässigen Aktionspreis für den Dezember. Wer am 27. November tief rabattiert, setzt dieses Niveau als Messlatte für das Weihnachtsgeschäft. Welche Artikel wir deshalb bewusst aus Deals heraushalten, steht im Artikel zu den Prime Deal Days.

Werbung im Deal: weniger Marge pro Verkauf, mehr Verkäufe pro Klick

Im Deal laufen zwei Effekte gegeneinander. Der Rabatt senkt deinen Deckungsbeitrag pro Verkauf (DB1) deutlich stärker als den Preis, weil Einkauf, FBA-Gebühr und Lager gleich bleiben. Gleichzeitig konvertiert jeder Klick besser, weil Deal-Badge und Preis ziehen. Du hast also weniger Spielraum für Werbung, bekommst aber jeden Verkauf günstiger. Ob sich das ausgleicht, entscheidet dein Markt, und genau deshalb dürfen die Gebote im Deal nicht einfach weiterlaufen wie vorher.

Ein Rechenbeispiel

Dein Artikel kostet 100 Euro, nach Einkauf, Provision und FBA-Gebühr bleiben dir 35 Euro DB1. Im Deal mit 15 Prozent Rabatt kostet er 85 Euro. Die Provision sinkt mit dem Preis leicht mit, die Hochsaison-Gebühr kommt dazu, unterm Strich bleiben rund 22 Euro. Der Preis sinkt um 15 Prozent, der DB1 um gut ein Drittel.

Formel

Max. CPC = (DB1 − Ziel-DB2) × Conversion Rate

Angenommen, dein Artikel konvertiert normal mit 10 Prozent, im Deal mit 12 Prozent, und du willst nach Werbung 10 Euro DB2 pro Verkauf behalten. Außerhalb des Deals kannst du dann bis zu 2,50 Euro pro Klick zahlen (25 € × 10 %). Im Deal sind es nur noch 1,44 Euro (12 € × 12 %), gut 40 Prozent weniger. Um dasselbe Gebot zu halten, müsste sich die Conversion Rate im Deal mehr als verdoppeln.

Wie gut das Verhältnis ist, hängt vom Markt ab

Wie stark die Conversion im Deal steigt, ist keine feste Größe. In Kategorien, in denen in der Black Week fast jeder Wettbewerber rabattiert, hebt sich dein Deal kaum ab, der Effekt bleibt klein. Bei Artikeln mit wenig direkter Konkurrenz oder starker Marke kann er deutlich größer sein. Die belastbarste Grundlage sind deine eigenen Werte aus früheren Deals, im Idealfall aus den Prime Big Deal Days im Oktober, nicht Branchenmittelwerte.

Den Deal nach Strategie neu bewerten

Welcher DB2 nach Werbung übrig bleiben muss, hängt davon ab, was der Artikel im Event leisten soll. Bei einem Abverkauf oder einem Produkt, das du bewusst im Ranking pushen willst, kann ein niedriger DB2 gewollt sein. Bei einem Umsatzträger, der Gewinn liefern soll, nicht. Liegt der DB2 mit realistischer Conversion unter deinem Ziel, gibt es drei Stellschrauben: Gebote senken, den Rabatt verkleinern oder auf ein günstigeres Format wie Coupon oder exklusiven Prime-Rabatt wechseln. Diese Bewertung machst du nicht einmal im Oktober, sondern im Event mit den echten Conversion-Werten der ersten Tage erneut.

Margen-Monitoring statt Bauchgefühl

Das funktioniert nur, wenn du DB1 und DB2 je Artikel im Event täglich siehst, nicht erst in der Auswertung im Dezember. Wir steuern das bei unseren Kunden mit SellerFlow, unserem KI-Controlling: Es kennt die echte Marge je Produkt nach Einkauf, Amazon-Gebühren, Versand und Retouren und bewertet jeden Tag, ob Rabatt, Conversion und Werbekosten zusammen noch aufgehen. Für die Gebote rollen wir dafür gerade den Deal-Faktor bei unseren Kunden aus: Er erkennt aktive Deals automatisch, verrechnet den Margenverlust mit dem gemessenen Conversion-Effekt und senkt die Gebote für die Dauer des Deals entsprechend. Nach dem Deal gehen sie automatisch auf das normale Niveau zurück.

Reset nach dem Deal-Zeitraum. Wenn dein Bidding-Tool es zulässt, setze nach Ende des Deals alle Gebotsanpassungen aus dem Event zurück und nimm die Eventtage aus dem Lernzeitraum heraus. Ein Tool, das nachträglich auf Basis der Black-Week-Daten optimiert, liest die rabattgetriebene Conversion als Stärke des Keywords und erhöht im Dezember die Gebote, obwohl der Rabatt dann fehlt. Umgekehrt bewertet es die schwachen Vorlaufwochen, in denen Kunden auf das Event warten, als Schwäche. Beides sind falsche Signale.

Vorlauf, Event, Nachlauf: was Amazon Ads empfiehlt

Amazon Ads beschreibt in seinem Prime-Day-Leitfaden ein Drei-Phasen-Modell — vor dem Event, während des Events und zwei Wochen danach — und empfiehlt, die Budgets drei bis fünf Tage vorher in Schritten von 20 bis 30 Prozent zu erhöhen (Amazon Ads: Advanced Advertising Strategies). Der Leitfaden ist auf den Prime Day geschrieben, als Orientierung für die Black Week taugt er trotzdem. Eine Besonderheit: Das Event dauert nicht zwei Tage, sondern je nach Startdatum acht bis zwölf — der Aufschlag muss über mehr als eine Woche tragen, nicht über ein Wochenende.

Vorlauf: Traffic steigt, Bestellungen fallen

In den Wochen vor der Black Week sehen wir regelmäßig ein Muster, das wie ein Performance-Einbruch aussieht und keiner ist: Suchanfragen und Klicks ziehen deutlich an, das Bestellvolumen geht gleichzeitig zurück. Kunden recherchieren, merken sich Produkte und warten die Rabatte ab — sie sparen auf das Event hin. Im November ist dieser Effekt stärker und länger als bei jedem anderen Event, weil der ganze Monat rabattkonditioniert ist: Wer am 10. November kaufbereit ist, weiß, dass in zwei Wochen der Preis fällt.

Kürze im Vorlauf nicht die Budgets, nur weil die Conversion Rate fällt. Das ist die häufigste teure Fehlreaktion im November. Wer Gebote senkt oder Kampagnen drosselt, nimmt die Sichtbarkeit aus genau der Phase, in der die Kaufentscheidung vorbereitet wird — und geht mit geschwächten Kampagnen in die Woche, an der das Quartal hängt. Der Umsatz aus diesen Klicks wird nicht im Vorlauf verbucht, sondern im Event.

Die Wochen vor der Black Week kannst du nutzen, um zusätzliche Reichweite aufzubauen und potenzielle Käufer frühzeitig anzusprechen. Für Marken mit DSP-Zugang kann auch der Aufbau von Retargeting-Zielgruppen sinnvoll sein (Amazon DSP für Seller-Brands). Ob sich das rechnet, hängt von den jeweiligen Zielgruppen, Kosten und Kampagnenzielen ab.

Event: Pacing vor Gebot

Ein Tagesbudget, das mittags aufgebraucht ist, macht deine Kampagne für die Abendspitze unsichtbar, und in der Black Week ist der Abend der stärkere Teil des Tages. Prüfe im Event deshalb zuerst, welche Kampagnen als budgetlimitiert gemeldet werden. Mehr Budget gehört dabei auf die Deal-Artikel, deren DB2 nach Werbung noch trägt, nicht pauschal auf alle Kampagnen. Rechne außerdem mit deutlich höheren Klickpreisen als im September und nimm als Grundlage deine eigenen Werte aus den Q4-Wochen des Vorjahres.

Nachlauf: Retargeting und Reset

Nach Cyber Monday hat der Nachlauf zwei Aufgaben. Erstens Retargeting derjenigen, die im Event geklickt und nicht gekauft haben. Zweitens der Reset von Event-Geboten und -Budgets: Laufen sie im Dezember unbemerkt weiter, entsteht ein stiller Margenverlust über Wochen, der deinen TACOS über das gesamte Sortiment verschiebt. Trag den Reset-Termin direkt bei der Budgeterhöhung in den Kalender.

Checkliste bis zur Black Week 2026

  • Verkaufsfähigen Bestand je Event-ASIN prüfen: Was bis 21. Oktober nicht eingebucht ist, eher ohne Deal planen und Werbebudget auf lieferfähige ASINs konzentrieren
  • Deal-Preise mit dem Hochsaison-Versandtarif neu durchrechnen, nicht mit dem aktuellen Tarif
  • Deal-Typ je ASIN festlegen: Bestes Angebot, Blitzangebot, exklusiver Prime-Rabatt, Coupon oder bewusst kein Deal
  • Deals-Dashboard öffnen und die kontospezifischen Cutoffs je Deal-Typ notieren, statt mit dem 18. November zu rechnen
  • Referenzpreis der letzten 30 und 60 Tage je ASIN prüfen und Rabattaktionen in der zweiten Oktoberhälfte zurückhalten
  • Ziel-DB2 je Deal-ASIN festlegen und daraus das maximale Gebot im Deal ableiten
  • DB1, DB2 und Conversion Rate je Deal-ASIN im Event täglich prüfen und Gebote oder Rabatt nachziehen
  • Zielgruppen- und Awareness-Aufbau Anfang November starten, bevor die CPMs anziehen
  • Drossel-Schwelle je Deal-ASIN definieren: bei welchem Restbestand werden Werbung und Deal heruntergefahren?
  • Nach Deal-Ende alle Gebotsanpassungen zurücksetzen und die Eventtage aus dem Lernzeitraum des Bidding-Tools nehmen

Der aufwendigste Teil daran ist nicht die Umsetzung, sondern die Bewertung pro Artikel: Welche ASINs tragen Rabatt, Hochsaison-Gebühr und Event-Klickpreise mit genug DB2, und welche fahren in der Black Week ohne Deal besser? Genau diese Auswahl treffen wir im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an deinen Zahlen.

Häufige Fragen

01

Was mache ich, wenn ein Deal-Artikel schon am Black Friday ausverkauft ist?

Werbung und Deal sofort herunterfahren, nicht erst am Abend. Ein ausverkaufter Artikel sammelt weiter Klicks, die nicht konvertieren können, und in der Black Week ist genau das der teuerste Traffic des Jahres. Definiere die Schwelle vorher, nicht im laufenden Event: Bei welchem Restbestand wird das Kampagnenbudget gedrosselt, und auf welche Alternativ-ASIN verschiebst du das freigewordene Budget? Wenn ein Nachschub innerhalb der Woche realistisch ist, kann es sinnvoll sein, den Deal auslaufen zu lassen und nur die Werbung zu pausieren, statt beides zu beenden — dann läuft die Sichtbarkeit nach der Wiederauffüllung ohne neue Einreichung weiter.

02

Wie viel vom Black-Week-Umsatz ist zusätzlicher Umsatz?

Ein relevanter Teil ist vorgezogene Nachfrage, kein zusätzlicher Umsatz — insbesondere bei Geschenkartikeln, die sonst im Dezember gekauft worden wären. Belastbar beurteilen lässt sich das erst mit dem Dezember-Verlauf: Wenn der Umsatz nach der Black Week deutlich stärker einbricht als in Vorjahren ohne vergleichbare Rabatte, hast du zu einem großen Teil dein eigenes Weihnachtsgeschäft rabattiert. Dazu kommen Retouren, die zwei bis vier Wochen nachlaufen und die Event-Rentabilität nachträglich verschieben. Die ehrliche Auswertung eines Events ist deshalb nie am 1. Dezember fertig, sondern Mitte Januar.

Über den Autor

Maren

Maren

Performance Marketing Managerin

Als Teil des AMZ Advertise Teams unterstützt Maren Marken dabei, ihre Amazon Advertising Performance nachhaltig zu verbessern.

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