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Saisonalität4. November 2026/10 min Lesezeit

Amazon Prime Big Deal Days Oktober 2026: Ergebnisse und Learnings aus unserer Datenanalyse

Die Amazon Prime Big Deal Days Oktober 2026 sind vorbei, und die Zahlen aus unserer Auswertung der Eventtage zeigen ein klares Bild: Der Gesamtumsatz der ausgewerteten Händlerkonten hat sich während des Events mehr als verdoppelt. Allerdings profitierten nicht alle Händler gleichermaßen. Getragen haben den Zuwachs vor allem Produkte mit offiziellem Prime-Deal. Hier findest du die Ergebnisse, unsere Einordnung und die Learnings, die du jetzt noch für die Black Week umsetzen kannst.

Maren Lindemans

Performance Marketing Managerin

Key Takeaways

Ungleiche Verteilung

Im Schnitt stieg der Umsatz um 105 %, der typische Händler lag aber nur bei +38 %. Die besten 10 % der Produkte brachten 75 % des gesamten Zuwachses.

Der Deal als Treiber

Produkte mit offiziellem Prime-Deal legten um 194 % zu, Produkte ohne Deal um 30 %. Rund 30 % der untersuchten Produkte verfügten über einen Prime-Deal und waren für 80 % des gesamten Umsatzzuwachses verantwortlich.

Effizientere Werbung

Trotz 61 % höherer Werbeausgaben sank der TACoS von 6,5 % auf 5,1 % und der ACoS von 17,6 % auf 15,7 %; die Klickpreise fielen um 4,5 %.

Der Abend entscheidet

Rund 20 % aller Bestellungen kamen zwischen 21 und 24 Uhr.

Kein Umsatzloch danach

In der ersten Woche nach dem Event lag der Umsatz nur 2,5 % unter dem Normalniveau, in der zweiten bereits 0,7 % darüber. Gebote und Budgets sollten deshalb anhand der aktuellen Performance überprüft und gezielt angepasst werden.

Mehr Traffic, niedrigere Conversion

Während die Sessions um 143 % stiegen, sank die Conversion Rate um 21 %. Trotz geringerer Kaufquote sorgte die deutlich höhere Besucherzahl für einen starken Umsatzanstieg.

Artikel

Inhalt7 Abschnitte

Amazon Prime Big Deal Days Oktober 2026: Die Ergebnisse unserer Auswertung

Während der Prime Big Deal Days stieg der gesamte Tagesumsatz der ausgewerteten Händler gegenüber vergleichbaren Tagen um 105 %. Allerdings profitierten nicht alle Händler gleichermaßen. Das Event hat also klare Gewinner erzeugt, keinen gleichmäßigen Schub für alle. Allein die besten 10 % der Produkte brachten 75 % des gesamten Umsatzzuwachses.

Zur Einordnung: Das Event lief am 6. und 7. Oktober 2026 für 48 Stunden, auf amazon.de unter dem Namen Prime Deal Days. Nach Amazons Pressemitteilung fand es in 22 Ländern statt, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen und Schweden. Amazon selbst nannte es den Auftakt der Weihnachtssaison. Offizielle Ergebniszahlen für amazon.de hat Amazon bisher nicht veröffentlicht, die Zahlen in diesem Artikel stammen deshalb aus unserer eigenen Auswertung. Die Fristen und Vorbereitung vor dem Event findest du in unserem Artikel zu den Prime Big Deal Days am 6. und 7. Oktober.

Mehr Besucher, anteilig weniger Käufe

Die Sessions stiegen um 143 %, die Conversion Rate sank über alle Produkte um 21 %. Es haben also deutlich mehr Menschen geschaut, anteilig aber weniger gekauft. Die Zahlen deuten darauf hin, dass während des Events viele Kunden gezielt nach Angeboten suchten und Preise verglichen. Der zusätzliche Traffic führte daher nicht im gleichen Verhältnis zu mehr Käufen.

Die −21 % sind ein Gesamtwert über alle Produkte. Eine sinkende Conversion Rate bedeutet nicht automatisch eine schlechtere Performance. Während der Prime Big Deal Days erhielten insbesondere Deal-Produkte deutlich mehr Besucher. Entscheidend ist deshalb, neben der Conversion Rate auch Umsatz, Sessions und Werbekosten zu betrachten.

Durchschnitt vs. typischer Händler: warum der Unterschied wichtig ist

Der durchschnittliche Umsatzanstieg von 105 % wurde maßgeblich von besonders erfolgreichen Händlern und Produkten beeinflusst. Der Median lag dagegen bei 38 %. Das bedeutet, dass die Hälfte der untersuchten Händler-Marktplatz-Kombinationen einen höheren und die andere Hälfte einen niedrigeren Umsatzzuwachs erzielte.

Methodik in Kürze: Für unsere Analyse haben wir die Performance zahlreicher Produkte während der Prime Big Deal Days untersucht und die beiden Event-Tage mit den entsprechenden Wochentagen der vier Wochen vor dem Event verglichen. Dabei haben wir den Gesamtumsatz und nicht nur den Werbeumsatz betrachtet. Zusätzlich haben wir die Umsatzentwicklung in den beiden Wochen nach dem Event analysiert. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge innerhalb der untersuchten Konten und sind keine allgemeingültigen Marktzahlen.

Deal oder kein Deal: Prime-Angebote als wichtiger Erfolgsfaktor

Produkte mit offiziellem Prime-Deal legten im Schnitt um 194 % zu, Produkte ohne Deal nur um 30 %. Die Teilnahme an einem offiziellen Prime-Deal gehörte damit zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen der untersuchten Produkte.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig die gezielte Auswahl geeigneter Deal-Produkte ist. Entscheidend sind nicht nur mögliche Umsatzsteigerungen, sondern auch die Nachfrage, die Wettbewerbssituation und die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Artikels.

Trotz Rabatten: Deckungsbeitrag pro Einheit gestiegen

Die Auswertung zeigt, dass höhere Umsätze während der Prime Big Deal Days nicht zwangsläufig zulasten der Profitabilität gingen. Bei den untersuchten Produkten, für die uns Einkaufspreise vorlagen, stieg der durchschnittliche Deckungsbeitrag je verkaufter Einheit von 3,99 € auf 4,11 €. Gleichzeitig sanken die Werbekosten pro Einheit von 2,05 € auf 1,59 €. Die Deckungsbeitragsmarge blieb mit 23,9 % gegenüber 24,4 % an normalen Tagen nahezu stabil. Allerdings sind in dieser Berechnung noch nicht sämtliche Versand-, Lager- und Retourenkosten berücksichtigt.

Die Auswertung zeigt, dass nicht jedes Produkt gleichermaßen von einem Deal profitiert. Besonders umsatzstarke Produkte erzielten überdurchschnittliche Zuwächse. Für zukünftige Events empfiehlt es sich deshalb, die Deal-Auswahl anhand bisheriger Verkaufszahlen, Nachfrage und produktspezifischer Profitabilität zu treffen.

Werbung im Event: mehr Budget, niedrigerer ACoS, günstigere Klicks

Die Werbeausgaben stiegen während des Events um 61 % und trotzdem wurde die Werbung effizienter: Der TACoS sank von 6,5 % auf 5,1 %, der ACoS von 17,6 % auf 15,7 %. Die durchschnittlichen Klickpreise gingen sogar um 4,5 % zurück.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Gesamtumsatz stärker gewachsen ist als der Werbeumsatz. Der Werbeumsatz wuchs rechnerisch um rund 80 %, der Gesamtumsatz um 105 %. Der Anteil des Werbeumsatzes am Gesamtumsatz sank dadurch von etwa 37 % auf etwa 33 %. Der Gesamtumsatz wuchs damit stärker als der Werbeumsatz. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere auch die organischen Verkäufe von der erhöhten Nachfrage profitierten.

Produkte, deren Werbeausgaben sich mehr als verdoppelt haben, erzielten 277 % mehr Umsatz bei verbessertem ACoS. Das ist ein Zusammenhang, kein Beleg für Ursache und Wirkung. Vermutlich überschneidet sich diese Gruppe stark mit den Deal-Produkten: Wer mehr Budget bekommen hat, hatte oft auch den Rabatt und damit die höhere Kaufbereitschaft. Mehr Budget auf ein Produkt ohne Deal zu legen, wiederholt diesen Effekt nicht automatisch.

Entgegen der häufigen Erwartung stiegen die durchschnittlichen Klickpreise während der Prime Big Deal Days nicht. Insgesamt gingen sie um 4,5 % zurück. Allerdings zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Anzeigenformaten: Während die CPCs bei Sponsored Products leicht sanken, stiegen sie bei Sponsored Brands um 21 % und bei Sponsored Display sogar um 68 %. Eine pauschale Gebotserhöhung ist deshalb nicht zwangsläufig sinnvoll.

Warum ein niedrigerer ACoS nicht automatisch mehr Gewinn ist

Ein niedrigerer ACoS bedeutet nicht automatisch eine höhere Profitabilität. Gerade bei rabattierten Produkten muss berücksichtigt werden, wie viel Deckungsbeitrag nach Einkauf, Amazon-Gebühren und Werbekosten tatsächlich übrig bleibt. Deshalb sollten Werbekampagnen nicht ausschließlich anhand des ACoS, sondern unter Berücksichtigung der produktspezifischen Wirtschaftlichkeit bewertet werden.

Entscheidend ist deshalb der DB2 je Artikel, nicht der ACoS im Kontodurchschnitt. Warum der TACoS dabei oft das bessere Steuerungsmaß ist, erklären wir in TACoS statt ACoS.

Budget und Uhrzeit: Warum die Abendstunden entscheidend waren

Unsere Auswertung zeigt, wie wichtig die richtige Budgetverteilung während eines Events ist. Rund 20 % aller Bestellungen gingen zwischen 21 und 24 Uhr ein. Gerade in diesen umsatzstarken Abendstunden sollten ausreichend Werbebudgets zur Verfügung stehen, um die erhöhte Nachfrage bestmöglich auszuschöpfen. Sind Tagesbudgets bereits vor den umsatzstarken Abendstunden ausgeschöpft, können Kampagnen zusätzliche Nachfrage möglicherweise nicht mehr vollständig abgreifen.

Wie stark der Abend ist, zeigt eine einfache Rechnung: Die drei Stunden von 21 bis 24 Uhr sind 12,5 % des Tages, brachten aber 20 % der Bestellungen. Pro Stunde ist das rund 1,6-mal so viel wie im Tagesschnitt.

Für die Kampagnensteuerung bedeutet das: Entscheidend ist nicht nur, wie hoch das Tagesbudget ausfällt, sondern auch, wann es eingesetzt wird. Gerade an umsatzstarken Event-Tagen lohnt es sich, die Budgetausschöpfung regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf gezielt nachzusteuern. So können Kampagnen auch in den nachfragestarken Abendstunden weiterhin Sichtbarkeit erzielen.

Was du für das nächste Event daraus machst

  • Plane für Event-Tage ausreichend zusätzliches Werbebudget ein, insbesondere für Kampagnen mit umsatzstarken Deal-Produkten. Orientiere dich dabei an der erwarteten Nachfrage und der Profitabilität.
  • Prüfe die Ausschöpfung am späten Nachmittag und erhöhe Budgets, bevor der Abend beginnt.
  • Überprüfe die Kampagnenperformance nach dem Event und passe Budgets und Gebote gezielt an. Besonders erfolgreiche Produkte können auch im Nachlauf von zusätzlicher Sichtbarkeit profitieren.

Nach dem Event: kein Umsatzloch, aber aufräumen

Ein Umsatzloch nach dem Event gab es in unseren Konten nicht: In der ersten Woche danach lag der Umsatz nur 2,5 % unter dem Normalniveau, in der zweiten Woche bereits 0,7 % darüber. Die Sorge, dass Kunden im Event nur vorziehen, was sie sonst später gekauft hätten, hat sich im Gesamtbild kaum bestätigt.

Besonders erfolgreiche Produkte haben auch nach dem Event von zusätzlicher Sichtbarkeit profitiert. Viele Verkäufe in kurzer Zeit können sich positiv auf das organische Ranking auswirken, ein Automatismus ist das aber nicht. Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte Deals nicht nur während des Events Umsatzpotenzial bieten, sondern bei entsprechender Performance auch die organische Sichtbarkeit im Nachgang positiv beeinflussen können.

Damit die eigene Steuerung diesen Effekt nicht wieder zunichtemacht, gehört zu jedem Event ein sauberer Abschluss:

  1. Überprüfe nach dem Event sämtliche Gebotsanpassungen und Budgeterhöhungen. Passe diese anhand der aktuellen Performance und Wirtschaftlichkeit gezielt an, statt sie pauschal zurückzusetzen.
  2. Prüfe, ob dein Bidding-Tool Event-Tage bei der anschließenden Gebotsoptimierung gesondert berücksichtigt, damit kurzfristige Performance-Spitzen die reguläre Kampagnensteuerung nicht verfälschen.
  3. Bewerte Keywords und Kampagnen anschließend wieder anhand regulärer Verkaufszeiträume.

Deine Checkliste aus den Oktober-Zahlen

Alle Fristen und Vorbereitungsschritte findest du in unserem Artikel zur Black Week 2026 auf Amazon.

  • Deal-Auswahl: Wähle Produkte mit ausreichender Marge und hohem Umsatzpotenzial. Im Oktober waren die rund 30 % der untersuchten Produkte mit Prime-Deal für 80 % des gesamten Umsatzzuwachses verantwortlich
  • Abend-Budget: Plane ausreichend Werbebudget für die nachfragestarken Abendstunden ein und überprüfe die Budgetausschöpfung rechtzeitig.
  • Gebote nach Marge: Steuere deine Gebote unter Berücksichtigung der produktspezifischen Profitabilität. Für unsere Kunden entwickeln wir aktuell einen Deal-Faktor, mit dem sich Gebote während eines Events anhand der verbleibenden Marge und der Conversion-Entwicklung gezielt anpassen lassen.
  • Tägliches Margen-Monitoring: Überprüfe während des Events regelmäßig die Profitabilität deiner Produkte. Mit unserem KI-Controlling SellerFlow behalten wir für unsere Kunden sowohl den DB1 als auch den DB2 auf Produktebene im Blick.
  • Kampagnensteuerung nach dem Event: Analysiere die Performance deiner Kampagnen und passe Gebote sowie Budgets gezielt an. Berücksichtige dabei mögliche Nachlaufeffekte und stelle sicher, dass kurzfristige Event-Schwankungen die anschließende Gebotsoptimierung nicht verfälschen.

Du möchtest wissen, wie deine Ergebnisse der Prime Big Deal Days im Vergleich abschneiden und welche Potenziale sich daraus für die Black Week ergeben? In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam deine Zahlen und besprechen mögliche Optimierungsmaßnahmen.

Häufige Fragen

01

Wie wertest du deine eigenen Event-Zahlen fair aus?

Vergleiche die Event-Tage mit vergleichbaren Wochentagen ohne besondere Aktionen und berücksichtige dabei sowohl den Gesamtumsatz als auch die Werbeperformance. Besonders wichtig sind die Entwicklung von TACoS, ACoS und der produktspezifischen Profitabilität. Unterscheide außerdem zwischen Produkten mit und ohne Deal und beziehe die Zeit nach dem Event in deine Analyse ein. So erkennst du, welche Produkte tatsächlich profitiert haben und ob der zusätzliche Umsatz auch wirtschaftlich sinnvoll war.

Über den Autor

Maren Lindemans

Performance Marketing Managerin

Als Teil des AMZ Advertise Teams unterstützt Maren Lindemans Marken dabei, ihre Amazon Advertising Performance nachhaltig zu verbessern.

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