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Listing-SEO17. Juni 2026/8 min Lesezeit

Amazon kürzt Produkttitel auf 75 Zeichen: Was du bis zum 27. Juli 2026 tun musst

Lange Keyword-Wüsten im Produkttitel waren über Jahre Standard auf Amazon — und je nach Kategorie waren bis zu 200 Zeichen möglich. Damit ist bald Schluss. Amazon hat eine einheitliche Obergrenze von 75 Zeichen angekündigt, die ab dem 27. Juli 2026 greift. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber einer der größten Eingriffe in die Listing-Struktur der letzten Jahre. Wir erklären, was genau gilt, was passiert, wenn du nichts tust, und wie du deine Titel jetzt strategisch umbaust, statt sie nur mechanisch zu kürzen.

Daniel

Daniel

Geschäftsführer

Key Takeaways

Neues Limit ab 27.07.

Ab 27. Juli 2026 gilt ein einheitliches Limit von 75 Zeichen inkl. Leerzeichen für alle Kategorien außer Medien (Bücher, Musik).

14 Tage Prüffrist

Zu lange Titel werden automatisch durch KI-Vorschläge ersetzt — Brand Owner haben 14 Tage Prüf- und Einspruchsfrist.

+125 Zeichen extra

Neue „Item Highlights“ geben dir +125 durchsuchbare Zeichen für Material, Anwendung und Set-Inhalte.

Tabu-Zeichen und -Phrasen

Bestimmte Sonderzeichen und Werbephrasen („Best Seller“, „Gratis Versand“) sind im Titel tabu.

Keywords neu verteilt

Keywords gehören jetzt strategisch verteilt — Titel, Item Highlights, Bullet Points und Backend statt alles in den Titel zu stopfen.

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Was sich konkret ändert

Amazon senkt das Titellimit auf maximal 75 Zeichen inklusive Leerzeichen — und zwar einheitlich über alle Kategorien hinweg. Bisher galten je nach Kategorie unterschiedliche, teils deutlich großzügigere Grenzen von bis zu 200 Zeichen.

Die einzige Ausnahme sind Medienprodukte wie Bücher und Musik, die ihre längeren Titel behalten dürfen.

Offizieller Grund: Die Titel sollen auf Mobilgeräten vollständig sichtbar sein und sich an die Titellängen anderer großer Online-Händler angleichen. In der mobilen Suche wurden überlange Titel ohnehin längst abgeschnitten.

Wichtig: Die Grenze gilt nicht nur für künftige Neuanlagen, sondern für dein komplettes bestehendes Sortiment — auch jahrealte, längst laufende Listings sind betroffen und werden ab dem 27. Juli automatisch geprüft.

Der Stichtag und was bei Untätigkeit passiert

Ab dem 27. Juli 2026 werden Titel, die länger als 75 Zeichen sind, schrittweise auf KI-generierte Vorschläge umgestellt.

Wichtig: Deine Listings bleiben währenddessen aktiv und verkaufsfähig — es wird nichts deaktiviert. Du kannst Titel und Highlights außerdem jederzeit selbst weiter anpassen.

Brand Owner erhalten eine Schutzfrist: 14 Tage, um die KI-Vorschläge im Panel „Review Listings Changes“ in Seller Central zu prüfen, anzupassen und freizugeben, bevor Änderungen übernommen werden. Genau diese Frist solltest du nutzen — denn die KI kennt deine bewusst gesetzte Positionierung und Markenstimme nicht.

Seller berichten bereits von KI-Vorschlägen mit falschen Jahreszahlen, falschen Maßangaben oder themenfremden Keywords im Titel. Die 14-Tage-Prüffrist ist deshalb keine Formsache, sondern der Moment, in dem du fehlerhafte automatische Änderungen noch stoppen kannst, bevor sie live gehen. (Quelle: EcommerceBytes)

Unklar ist bislang, ob Verkäufer ohne Brand Registry dieselbe Vorschau- und Einspruchsmöglichkeit erhalten wie Markeninhaber. Wenn du das für dein Konto nicht ausdrücklich bestätigt bekommen hast, verlass dich nicht darauf und plane den Titel-Umbau lieber proaktiv selbst ein.

Wie die Seller-Community reagiert

Amazon aktualisierte die Ankündigung im Seller-Forum erst am 10. Juni 2026 mit dem Umsetzungsdatum 27. Juli — für viele Verkäufer blieben damit nur rund 47 Tage Vorlauf. Der Forum-Thread sammelte innerhalb weniger Tage über 107 Antworten, viele mit der Forderung nach mindestens 90 Tagen Vorlaufzeit, gerade für Kataloge mit tausenden SKUs. (Quelle: PPC Land)

Besonders scharf äußerten sich Verkäufer aus Industrie- und Hardware-Kategorien: Maßangaben, Materialklassen und Fitting-Typen sind dort keine schmückenden Zusätze, sondern definierende Produktmerkmale, die Kaufentscheidungen direkt beeinflussen. Ein Vergleich, der im Forum häufiger fiel: eBays 80-Zeichen-Limit, das laut Kritikern Käufer schon zwingt, für Detailinfos deutlich mehr Klicks in Kauf zu nehmen.

Für dich als Seller heißt das: Wenn deine Produkte viele technische Pflichtangaben im Titel tragen, priorisiere beim Kürzen genau diese Angaben für die Item Highlights — und plane den Umbau nicht erst kurz vor dem 27. Juli ein, wenn dein Katalog davon in der Breite betroffen ist.

Die neuen Item Highlights — dein zusätzlicher Platz

Als Ausgleich für den verlorenen Titelraum führt Amazon Item Highlights ein: zusätzliche 125 Zeichen für Details wie Material, Anwendungsempfehlungen, Set-Inhalte, Kompatibilität und Zielgruppe.

Entscheidend: Diese Inhalte sind durchsuchbar und erscheinen unter dem Titel in den Suchergebnissen und auf der Produktseite. Keywords, die früher in den Titel passten, finden hier also einen sinnvollen neuen Platz.

Du erreichst die Vorschläge über Manage Inventory, dann Bearbeiten und Verbesserungen anzeigen, wo Amazon KI-gestützte Titel- und Highlight-Empfehlungen ausspielt.

Diese Sonderzeichen und Phrasen sind tabu

Verbotene Sonderzeichen, außer sie sind Teil des Markennamens: ! $ ? _ { } ^ ¬ ¦

Nur in bestimmten Kontexten erlaubt: ~ # < > * — etwa zur Produktkennzeichnung (Style #131) oder für Maßangaben (>3lb).

Verbotene Werbephrasen im Titel: Bestseller, Top bewertet, Limitiertes Angebot, Gratis Versand und Ähnliches. Solche Begriffe können zu Compliance-Problemen führen.

Die vollständige und verbindliche Übersicht aller erlaubten und verbotenen Zeichen sowie der Formatierungsregeln findest du in der offiziellen Amazon-Hilfe: Amazon-Richtlinien für Produkttitel.

So baust du Titel richtig — die Formel

Vergleich: Amazon-Produkttitel vorher (140 Zeichen, alles in einem Feld) und nachher (63 Zeichen Titel plus Item Highlights mit 91 Zeichen fuer Details wie BPA-frei, Material und Einsatzbereich)

Kürze deine Titel nicht mechanisch auf 75 Zeichen. Bewährt hat sich diese Priorisierung:

  1. Marke (vorne, wenn relevant)
  2. Produkttyp bzw. Hauptkeyword
  3. Kaufentscheidende Variante (Größe, Farbe, Modell)
  4. Zentraler Differenzierer (nur wenn unverzichtbar)

Faustregel: Der Titel identifiziert das Produkt. Item Highlights liefern Vergleichsinfos. Bullet Points erklären Nutzen, Anwendung und Kaufgründe. Backend-Keywords fangen Synonyme, alternative Schreibweisen und Long-Tail-Begriffe ab.

Du musst das nicht manuell machen: Unser kostenloser Titel-Check prüft deinen kompletten Kategoriebericht, optimiert zu lange Titel per KI nach genau dieser Formel und liefert dir die Upload-fertige Datei fürs Seller Central zurück.

Was das für dein Ranking und deine Ads bedeutet

Der Titel trägt nach wie vor das größte Gewicht im A9-Algorithmus — die enthaltenen Keywords leisten echte Ranking-Arbeit. Deshalb müssen Keywords jetzt strategisch über alle Felder verteilt werden, statt im Titel konzentriert zu bleiben.

Klarere Titel können die Klickrate (CTR) steigern; zu stark gekürzte, unspezifische Titel können sie dagegen senken.

Für PPC gilt: Beobachte nach der Umstellung CTR, Conversion Rate, CPC und ACOS genau. Titeländerungen wirken sich direkt auf Sichtbarkeit und Performance in Sponsored Placements aus.

Deine Checkliste bis zum 27. Juli

  • Exportiere alle Listings mit Titeln über 75 Zeichen und priorisiere nach Umsatz und Werbedruck.
  • Schreibe Titel proaktiv selbst nach der Formel oben — überlasse das nicht der KI.
  • Verlagere Material, Anwendung und Variantendetails in Item Highlights, Nutzen in die Bullet Points, Synonyme ins Backend.
  • Prüfe jeden Titel auf verbotene Zeichen und Werbephrasen und richte ein Performance-Monitoring ein, um CTR und ACOS vor und nach der Umstellung zu vergleichen.

Ueber den Autor

Daniel

Daniel

Geschäftsführer

Als Teil des AMZ Advertise Teams unterstuetzt Daniel Marken dabei, ihre Amazon Advertising Performance nachhaltig zu verbessern.

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